Nach der harten Zeit mit Manu war erst einmal ein ruhiges Wochenend angesagt. Mit viel Schlaf und 4 Tagen Erholung, dank des verlaengerten Wochenendes durch den weltbekannten "Tag des Meeres", seines Zeichen Nationalfeiertags Japans ohne jegliche Bedeutung, war das Wochenende gepraegt von Park-Aufenthalten und Nichtstun. Mein durchaus angeschlagener Koerper war mir dafuer durchaus dankbar und erholte sich schnell von den Strapazen.
Am Sonntag machten Christoph und Ich seit Langem einmal wieder richtig klassisch Touri-Sightseeing. Es zog uns Nach Yokohama, einer der Staedte, die in der Theorie mehr ein Stadteil Tokyos ist, offiziell aber nicht mehr zu Tokyo gehoert. Die Stadt war ganz nett, Highlight ist eines der groessten China Towns der Welt, in der wir uns in einem All-You-Can-Eat Restaurant knapp 30 Gerichte in ueberragenden 3,5 Stunden einverleibten.
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Yokohama
Dienstag stand ein weiteres Treffen mit Michiko, der deutsch-lernenden Japanerin, die ich bereits in Deutschland kennengelernt habe an, das aber wieder erschreckend unspektakulaer verlief, so dass das Highlight des Abends eher in den weltuntergangs Regenguessen, als in unseren Unterhaltungen zu finden war.
Mittwoch ging es Nachmittags in ein "Printing Museum", den Abend verbrachte ich mit meinen Sugarmamas, bei einem wieder einmal extrem delikaten italienischen Menue und fuer mich ungewoehnlich tiefgruendigen Gespraechen.
Am Donnerstag stand dann ein erstes Highlight der Woche an. Ich war mit einem meiner Kollegen verabredet, der dank 6 Jahre in Deutschland, relativ fliessend Deutsch sprach und mich zu einem gemeinsamen Essen in ein Sushi-All-You-Can-Eat Restaurant nahm. Randvoll mit Sushi nahm er mich dann an einen Ort von Weltformat: "Bernds Bar"! Geleitet von Bernd, ist diese kleine Bar in Roppongi, der bekannteste Deutsche Fleck Tokyos, an dem sich, wie ich nach dem Besuch verstehen konnte, schon einige Deutsche Prominenz versammelt hatte. Neben Besuchern wie Oliver Kahn und Juergen Klinsmann, war auch Helmut Schmidt bereits in der 20 jaehrigen Geschichte der Bar 4 mal zu Besuch. Fuer wirkliche Extase sorgte dann aber ein orginal eiskaltes deutsches Weizenbier, dass von einem deutschen Madel mit extrem praegnanten bayrischen Akzent serviert wurde. Traumhaft. In solchen Momenten verschlaegt es mich gerne mal zu starker Sehnsucht nach der Heimat. So aufregend Tokyo doch auch ist, gegen Deutschland wird es nie ankommen!
Bernds Bar
Am Freitag hat sich dann weiterer Besuch angekuendigt! Aus Hongkong reiste Marius mit 3 weiteren Freunden an, eine Tatsache die Grosses versprach. Doch bevor ich meinen Mitbewohner mal wieder in die Arme schliessen konnte, ging es zuerst einmal mein erstes sportliches Preisgeld verfressen und vertrinken. Vielleicht erinnert Ihr euch noch daran, das ich in einer meiner ersten Wochen das "Tokyo Midtown Futsal Tournament" zusammen mit meinen Arbeitskollegen gewonnen habe und damit auch 100.000 Yen, knapp 800 Euro. Am Freitag war es dann Zeit dieses Geld in einem edlen Koreanischen Restaurant bei All-You-Can-Drink und einem koestlichen Menue zu verschnabulieren und zu versaufen. Randvoll und gut angetrunken ging es danach noch in eine Japanische Bar, in der ich dann auch noch den schicksalhaften Anruf von Marius, der sich fuer 30 Minuten spaeter ankuendigte, erhielt. Nach einer Runde Wasabi-Sushi, die uns alle gemeinsam zum Weinen brachte, verabschiedete ich mich von meinen Japanern und schleppte meinen Freund Masaki mit in den nahegelegenen Club Feria und dort gab es dann das grosse Wiedersehen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass Marius seinen Mitbewohner aus Hongkong, Alumni der WHU, und dessen 2 Freunde mit nach Tokyo gebracht hatte und ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass dieser so grosszuegig sein wird. Lange Rede kurzer Sinn, fand ich mich wenige Momente spaeter in der VIP Area des Clubs wieder und genoss eine Flasche Grey Goose. Die Nacht war der Wahnsinn, das Ergebnis sehr kurios. Der einzige von uns 6, der mit Frauenbegleitung nach Hause ging, war keiner der Deutschen sondern mein japanischer Freund, eine Tatsache, die vielleicht auf unseren Alkohol-Pegel zurueckschliessen war. Im Delirium hat auch noch Oktavian, ein Freund von Jan-Hendrik, dem Alumni, an einer leeren Champagner-Flasche im VIP-Bereich rumgepuhlt, die wir dann prompt bezahlen musste. 150 Euro fuer eine leere Flasche, unfassbar, aber wohl das exotischste Mitbringsel aus Tokyo.
Korean Restaurant
Am Samstag stand dann schon das naechste Highlight an: Samba in Tokyo. Klingt komisch, aber tatsaechlich gibt es in Tokyo mehrere Samba-Gruppen, die alljaehrlich eine grosse Samba-Parade a la Rio de Janeiro in Tokyo veranstalten. Ein Arbeitkollge von mir ist in einer dieser Gruppen und hat mich deshalb zu einem Auftritt eingeladen und ich war extrem positiv ueberrascht. Mit starken Kater in Mitaka angekommen, dauerte es nur knapp 30 Sekunden bis mir die Trommelei und die leicht bekleideten Damen wieder neues Leben einhauchten. Knapp eine halbe Stunde zu spaet, trafen dann auch Marius und die anderen vom Vorabend ein. Oktavian sah nicht sehr gut aus, anscheinend hat ihm jemand etwas ins Getraenk gekippt, so dass er bei ihrem morgendlichen Besuch auf dem Fischmarkt, vollkommen die Orientierung und jegliche Wahrnehmung verloren hatte. Neuer Tag, neues Glueck. Vollgepumpt mit Glueckshormonen durch 1 Stunde Trommelei, ging es dann zur naechsten Train-Station, wo wir Jan-Hendrik und zwei Japerinnen trafen, mit denen wir zusammen in ein All-You-Can-Eat-And-Drink-Restaurant gingen und uns entsprechend dem gestrigen Abend schon ab 7 Uhr ordentlich Alkohol in der Koerper pumpten. Highlight war wohl, dass man das Bier in Form von kleinen Tisch-Faessern bekam, von denen wir dann in den 2 Stunden einige geleert haben, sowie der Beruf einer der beiden Damen, die geschaeftlich mit Militaer Hubschraubern handelt.
Tisch Faesschen
Danach ging es fuer ein paar weitere Bier in einen angrenzenden Park und dann wieder nach Roppongi, wo wir im New Lexington, einem Szene-Club weiterfeierten. Aufgrund meines Zustands beschlossen wir, dass ich gemeinsam bei den anderem im netten 5-Sterne Konrad Hotel schlafen sollten, eine sehr angenehme Erfahrung. Der Unterschied zu meinem schaebigen Dorm war wirklich erschreckend. Ein komisches, aber gutes Gefuehl, nach 11 Wochen mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen und normal zu duschen.
Samba in Tokyo
Am Sonntag ging es dann ein wenig auf Sightseeing und das Resumee folgte dann in der Executive Loung des Konrad, in der wir bei einem Glas Champagner gemeinsam feststellten, dass wir in den letzten 3 Tagen zusammen mehr als 1000 Euro fuer Alkohol ausgegeben haben. Unglaublich!
Noch 5 Tage dann geht es in den Flieger! Ich freue mich auf Euch alle!
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